Römer, Van Gogh und Mücken

Am 15.4. kommen wir rüber von Spanien nach Frankreich.

Von Spanien nach Deutschland (oder umgekehrt) mit dem Auto gibt es verschiedene Möglichkeiten. Wenn wir, wie ursprünglich angedacht, die Pyrenäen am Somport überquert hätten, wären wir westlich vom Zentralmassiv durch Frankreich hochgefahren. Da gibt es die A20, die zwischen Brive-la-Gaillarde und Vierzon mautfrei und gut zu befahren ist. Jetzt kommen wir wieder an der Mittelmeer-Seite rüber nach Frankreich. Die mautfreie A75 mitten durch das Zentral-Massiv nach Clermont-Ferrand fällt jetzt aus. Die führt auf über 1300 m hoch und dort oben liegt jetzt Schnee. Also am Mittelmeer entlang Richtung Provence und dann durch das Rhone-Tal hoch. Wir bleiben diesmal auf der Autobahn, wollen mal sehen, was da an Maut zusammenkommt. Und das ist nicht wenig: mit ca 18 EUR / 100 km Autobahn muss man rechnen, das verdoppelt also fast die Reisekosten durch Frankreich (Diesel-Verbrauch ca 20 EUR / 100 km). Und die Fahrt ist anstrengend, so richtig unentspannt: sehr viel Verkehr und sehr viele LKW. Wenn man sich damit abfindet, mit ca 80-85 km/h hinter den LKW herzutuckern, dann geht es…

Erster Zwischenstop in Frankreich wird Arles. Steht auf der UNESCO-Welterbeliste für seine römischen Ruinen und ist damit schon mal sehr interessant. Ausserdem verbrachte Vincent Van Gogh über 2 Jahre dort und schuf in der Zeit ca 300 Bilder. Einen schönen kleinen Campingplatz gibt es auch in Radel-Entfernung zur Altstadt von Arles.

Julius Caesar gründete hier einen Militärstützpunkt der bald zum Municipium wurde und später sogar Hauptstadt Galliens und Residenz mehrerer römischer Kaiser. Hätte man dem kleinen Arles gar nicht so zugetraut, oder?

Bedeutendste Zeugen der Römerzeit sind das antike Theater und das Amphitheater. Beides schauen wir uns nur von aussen an, die lauten Schulklassen schrecken mich eher von einem Besuch ab.

Ist schon speziell: ab Ende des 6. Jh. wurde das Amphitheater mit zusätzlichen 4 Türmen befestigt und die Stadt in die Arena verlagert. Über 200 Häuser gab es darin und mehr als 1000 Menschen lebten dort. Erst ab 1826 wurden die Häuser abgerissen und das alte Amphitheater wieder „hervorgeholt“.

Aus dem Mittelalter gibt es dann noch die ehemalige Kathedrale Saint-Trophime mit eindrucksvollem Portal in der Friedrich Barbarossa 1178 zum König von Burgund gekrönt wurde.

Wir erkunden den Ort auf unsere Art, lassen uns treiben, setzen uns am baumbestandenen Place du Forum bei einem der Restaurants draussen hin und beobachten, was um uns herum geschieht. Arles hat uns gefallen, ein sehr französisches Städtchen! Und damit so ganz anders als in Spanien, von der Architektur, von der Atmosphäre, von den Menschen her.

Von Van Gogh sehen wir allerdings recht wenig, ausser die üblichen Motive in den Andenken-Läden. Auf dem Rückweg radeln wir noch an der „Pont Van Gogh“ vorbei. Eine Klappbrücke in der Art, wie er sie gemalt hat – sein Original-Motiv stand aber wohl an anderer Stelle…

Zurück am Stellplatz merken wir schnell die andere Seite der Gegend: Mücken! In der sumpfigen Landschaft der Carmargue sind sie allgegenwärtig und abends vor dem Womo draussen sitzen geht eigentlich nicht. Wir verbringen den Abend daher drinnen im Womo und fahren am nächsten Tag weiter.


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