Frankreich: Notizen aus Provins

Bei Bouillon kommen wir wieder aus Belgien nach Frankreich herein. Diesmal wollen wir mautfrei und westlich des Zentralmassivs das Land durchqueren. Durch Reims fahren wir durch, die Stadt ist uns jetzt zu groß und ausserdem nicht gerade Womo-freundlich (hat keine vernünftigen Stellplätze). Über National- und Landstrassen geht es weiter bis nach Provins. Den Ort hat Monika ausgegraben, hatten wir noch nie von gehört. Ist aber UNESCO Weltkulturerbe für seinen mittelalterlichen Stadtkern und die Stadtbefestigung.

Der Ort lag früher an der Kreuzung wichtiger Handelsrouten und hier fanden im 9.-13. Jh. mit die größten Märkte des Landes statt. Hier trafen zweimal im Jahr unter dem Schutz des Landesherrn Kulturen aufeinander: die Kaufleute der Hanse mit Waren aus dem hohen Norden oder Russland und die Kaufleute aus dem Mittelmeerraum mit Waren auch aus Nordafrika oder Asien. Einen kleinen Einblick in die Zeit gibt das Museum in der Zehntscheune „La Grange aux Dimes“.

Mit dem Bau der Kirche Saint-Quiriace in der Oberstadt wurde im 12. Jh begonnen und sie sollte fast so groß werden wie Notre Dame in Paris. Daraus wurde nichts, aber von innen ist sie sehr schön hell. Und 1429 hat hier Jeanne d’Arc in Begleitung von König Charles VII an einer Messe teilgenommen…

Interessant ist auch der Tour César aus dem 12. Jh: auf der runden Basis steht ein viereckiger Turm mit achteckigem Aufsatz, und von dort hat man einen schönen Ausblick. Auch die Unterstadt ist recht sehenswert.

Der öffentlich zugängliche Jardin Garnier in der Unterstadt ist eine grüne Oase. Über einen Nebenweg geht es dann zurück nach oben

Zu guter letzt: wir befinden uns in der Region Brie, wo der gleichnamige Weichkäse herkommt. Bekanntester Brie ist der Brie de Meaux, aber es gibt auch den Brie de Provins, den wir natürlich hier probieren und einkaufen…

Ausserdem gilt Provins als Zentrum der Rosenverarbeitung. Hier gibt es alles aus der Rose, für uns ein „Rosen-Eis“, das gut schmeckt. Aber auf das Rosen-Bier verzichte ich dann doch…

Ich glaube, ich habe die wichtigsten Highlights des Ortes erwähnt. Ist viel, hat sich auch sehr gelohnt!


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