Falleri, Fallera

Auf Wikipedia werden die Fallas als valencianisches Frühlingsfest bezeichnet, das nicht nur in der Hauptstadt Valencia gefeiert wird, sondern auch in zahlreichen Orten der Region – und natürlich auch in Denia! Die Fallas in Valencia sind auch als immaterielles Kulturerbe der UNESCO ausgezeichnet und ziehen Jahr für Jahr Millionen Besucher an.

Das ist uns natürlich viel zu voll. Aber in Denia, und damit quasi vor der Haustür, wollte ich mir durchaus mal die Figuren ansehen. Die Figuren sind nur ein Aspekt der Fallas, aber sicherlich der bekannteste. Die Figuren erinnern an die großen Karnevalsumzüge in Deutschland. Hier stehen sie fest an einem Platz, erreichen aber auch beeindruckende Ausmaße! Die größten Figuren in der Hauptstadt sollen durchaus die Höhe eines 5-stöckigen Hauses erreichen können… Ähnlich wie bei den Karnevalsumzügen in Deutschland sollen die Figuren durchaus auch satirisch einige Themen aufs Korn nehmen. Das müssen dann aber sehr lokale Themen gewesen sein, denn wir haben nichts gesehen, was uns bekannt vorgekommen wäre… An den Figuren wird das ganze Jahr über gebaut. Sie stehen dann aber nur drei Tage auf ihrem Platz und werden schliesslich am 19. März bei der „Crema“ verbrannt. Damit enden dann die Fallas und das nächste Fallas-Jahr beginnt…

Schade fanden wir, dass alle Figurengruppen doch einen sehr ähnlichen Stil hatten. Wir hatten etwas mehr Verschiedenheit erwartet.

Zur Crema haben wir es leider nicht mehr geschafft. Die beginnt recht spät und ich war einfach zu müde…

Ein weiterer wichtiger Aspekt der Fallas ist das Knallen, die „Mascleta“. Die Spanier lieben das! Je lauter, desto besser! In Valencia soll das recht ohrenbetäubend sein, jeden Tag um 14 Uhr vor dem Rathaus, wird live im Fernsehen übertragen! „Eine Sinfonie aus donnerndem Grollen, Paukenschlägen und pfeifenden zischenden Tönen. Hierbei wird nicht nur auf Lautstärke Wert gelegt, vielmehr liegt es am Pyrotechniker, den Rhythmus und die Dynamik der Mascletà möglichst ansprechend zu gestalten. Gute Pyrotechniker sind in Valencia Berühmtheiten und werden wie Popstars gefeiert. Das Donnerkonzert geht durch Mark und Bein und versetzt die Menge minutenlang in Trance.“ (aus Wikipedia)

Dagegen geht das in Denia wohl noch.

Die Fallas sind vor allem ein Fest von den Bürgern für die Bürger. Jeder Stadtteil hat seine Falla-Komission, baut seine eigene Figurengruppe, die dann auf einem Platz in dem Viertel aufgestellt wird. Dann gibt es ein großes Festzelt, wo gemeinsam gegessen und gefeiert wird. Ein Stadtteilfest, in jedem Stadtteil zur selben Zeit. Alle Stadtteile wetteifern darum, wer die schönste Figurengruppe gemacht hat, das schönste Feuerwerk hat usw. Als Tourist kann man sich die Figuren anschauen und das Feuerwerk, bleibt aber sonst eher aussen vor – und das ist ja auch in Ordnung. Wir fanden es schön zu sehen, wie die Leute aus dem Stadtviertel zusammen kommen und aus riesigen Pfannen (3 m Durchmesser) Paella serviert wird.

Und dann gibt es da noch die Fallera, die Festkönigin. Jeder Stadtteil hat seine Fallera (und eine Fallera Infantil, die Kinder-Fallera), und es gibt eine zentrale „Fallera Mayor“, die Repräsentantin der Fallas. Sie treten alle in alter Tracht auf: „Das traditionelle Festkleid ist von der valencianischen Mode des 18. und 19. Jahrhunderts inspiriert und besteht aus mehreren Teilen: einem eng anliegenden Mieder, einem weiten Rock aus besticktem Brokatstoff sowie einer Schürze und einem Schultertuch. Viele Stoffe sind aus Seide gefertigt und mit Gold- oder Silberfäden durchzogen. Besonders auffällig ist die Frisur: Neben einem großen Dutt am Hinterkopf gehören zwei seitliche Haarschnecken über den Ohren zur traditionellen Fallas-Frisur. Vergoldete Kämme und Nadeln halten die Konstruktion.“ (aus CostaNachrichten)

Sieht nett aus, ist aber nichts für den täglichen Gebrauch: 2,5 Stunden dauert es, bis die Frau endlich derart ausgehfertig ist…

Internet-Links:
Wikipedia-Artikel zu den Fallas
Costa Nachrichten: Hinter den Kulissen von Denias Fallas


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