
Auch im September zieht es mich nochmal auf den E6. Um nicht so weit zu fahren will ich von Lübeck aus Richtung Norden weiter wandern. Ich stelle mich in Lübeck wieder auf den Innenstadt-nahen Parkplatz Lastadie. Von dort kann ich prima die Etappenpunkte der ersten beiden Etappen mit dem Bus erreichen.
Bei prima Wander-Wetter komme ich an zwei Tagen auf dem E6 wieder 30 km weiter von Lübeck über den Herrentunnel, Kücknitz und Ratekau bis nach Bad Schwartau. Ein Abschnitt kurz vor dem Herrentunnel war für Fussgänger und Radfahrer voll gesperrt. – natürlich ohne Hinweis, wie man als Fussgänger dann weiter kommt. Das muss man dann selber austüfteln. Aber das kenn ich ja schon und der Umweg hielt sich hier noch in Grenzen.






Den letzten Abend in Lübeck verbringe ich noch gesellig mit Axel bei ein paar Bierchen.
Ein Umzug auf den Womo-Stellplatz in Bad Schwartau bringt mich in eine gute Position für die nächsten drei Etappen von Bad Schwartau über Pansdorf und Haffkrug bis Neustadt!
In Bad Schwartau kann ich direkt vom Womo-Stellplatz los wandern und treffe im Wald bei Bad Schwartau auf die Reste der slawischen Burganlage im Riesebusch, die nur noch anhand einiger Erdwälle zu erahnen ist. Mit einer Gesamtlänge von 380 m war die Anlage aber gar nicht so klein! Etwas weiter beim Pariner Berg steht eine Bismarck-Säule, ein besteigbarer Turm mit weitem Ausblick, 1902 „zu Ehren des Gründers des Deutschen Reiches Otto von Bismarck errichtet“. Der Blick Richtung Lübeck wird allerdings weitgehend durch Bäume versperrt, die restliche Landschaft ist eher unspektakulär…





Auf dem weiteren Weg nach Haffkrug komme ich an der Pönitzer Seenplatte vorbei und durch den „Dänischen Graben“, einen im 17.Jh errichteten, ca 400 m langen Kanal, der Taschensee und Großen Pönitzer See verband und damit mehr Wasser für die dortigen Wassermühlen liefern sollte. In Haffkrug erreiche ich dann die Ostsee. Dort gibt es auch einen großen Ehrenfriedhof für die Opfer der Cap Arcona-Katastrophe. Am 3.5.1945, kurz vor Kriegsende, wurde die Cap Arcona und einige andere Schiffe in der Neustädter Bucht von englischen Bombern angegriffen und versenkt. Auf den Schiffen waren über 7000 KZ-Häftlinge untergebracht. Rings um die Neustädter Bucht gibt es etliche Ehrenfriedhöfe und Denkmale zur Erinnerung an diesen Vorfall.
In Neustadt angekommen beschliesse ich die Wanderung mit einem Bier in Klüvers Brauhaus.











Zwischen den Wandertagen legte ich noch einen Pausentag ein und schaute mir mal Bad Schwartau an. Es gibt einen kleinen Kurpark und in einigen Ecken ansehnliche Villen aus der Zeit um 1900, als Bad Schwartau ein gut besuchter Kur- und Badeort war. Die 1989 eröffnete „Holstein-Therme“, einst bekannt für stark Jod-haltiges Wasser, gibt es seit 2020 nicht mehr. Dafür gibt es jetzt „Sauna pur“ mit 6 verschiedenen Saunen auf 1500 m2 – und das tat mal ganz gut zwischen den Wandertagen!



Mit dem E6 reicht das jetzt für dieses Jahr. Von Lübeck nach Neustadt waren es 75 km und mit der Strecke von Braunschweig bis Göttingen habe ich in diesem Jahr insgesamt 245 km auf dem E6 zurückgelegt…
Standort-Wechsel. Bevor es wieder zurück nach Winsen geht stelle ich mich für 3 Tage noch auf den Campingplatz Walkyrien bei Bliesdorf direkt an der Ostsee. Es ist windig, es ist wechselhaft – aber ich bekomme noch zwei schöne Strandwanderungen und eine kleine Radrunde nach Neustadt hin.






Schreibe einen Kommentar