Auf dem Europäischen Fernwanderweg E6 bin ich ja schon bis zum Südrand von Braunschweig gekommen und das Stück von Göttingen bis Bad Sooden-Allendorf habe ich auch schon gewandert. Es klafft also noch eine Lücke (Ach, diese Lücke, diese entsetzliche Lücke!) zwischen Braunschweig und Göttingen!
Anfang Juni passt es gut. Monika hat ohnehin etliche Verabredungen und bleibt in Winsen und ich mache mich auf den Weg. Die Wetter-Vorhersage ist so, dass man vielleicht auch ein paar regenfreie Tage zum Wandern finden sollte – norddeutscher Sommer halt. Einen Zwischenstop mache ich wieder in Bad Bevensen, um mich dort in der Sauna noch etwas aufzuwärmen.
Als erste Wander-Basis habe ich mir Wolfenbüttel ausgesucht. Ein schöner Stellplatz direkt neben dem Schwimmbad Okeraue. Die haben auch eine Sauna, falls mir danach ist. Bahnhof und Busstation sowie die Altstadt sind fussläufig erreichbar.
Der Ort ist mit 52.000 Einwohnern größer als gedacht. Im Sommer 1764 weilte Casanova hier und 1770-1781 versuchte Gotthold Ephraim Lessing als Bibliothekar Ordnung in die Herzog August-Bibliothek zu bringen. Dabei war er wohl nicht so ausgelastet, so dass er hier „Nathan der Weise“ schreiben konnte. Wolfenbüttel nennt sich jetzt auch „Lessingstadt“. Aber genauso wichtig: Wolfenbüttel ist auch Jägermeister-Stadt! Hier wird der Kräuterlikör abgefüllt und in über 130 Staaten der Erde exportiert.








Dann geht das Wandern los. In insgesamt 5 Wandertagen lege ich die knapp 85 km von Braunschweig bis Altenau im Harz zurück. Bis auf die letzte Etappe von Goslar nach Altenau kann ich alles von der Basis in Wolfenbüttel gut erreichen. Morgens fahre ich mit Bus und Bahn zum Startpunkt der jeweiligen Etappe und Abends wieder vom Etappenziel nach Wolfenbüttel zurück. Ein Hoch auf das Deutschland-Ticket!
Und mit dem Wetter passt es auch, lediglich am dritten Wandertag ist es etwas zu kühl, zu windig und zu feucht.












Am 4. Wandertag komme ich in Goslar an und zur Belohnung geht es natürlich ins Brauhaus Goslar. Dort gibt es das Harzer Urbier, die Gose, sogar in dunkel und hell. Beide sehr lecker!



Am nächsten Tag mache ich Wander-Pause und fahre mit dem Womo hoch nach Altenau. Der Stellplatz dort ist direkt neben der Kristall-Therme „Heißer Brocken“ und ideal für den letzten Wander-Abschnitt von Goslar nach Altenau. In der Therme bin ich auch einmal, aber da habe ich schon schönere gesehen… Und in Altenau gibt es die Altenauer Brauerei, und insbesondere das dunkle Bier hat mir sehr gut geschmeckt.
Die Strecke von Goslar nach Altenau ist mit 24 km eigentlich zu lang für mich für einen Tag, war eigentlich in zwei Etappen geplant. Aber ich war so im Flow, dass ich schliesslich durchgewandert bin. Der Weg war aber auch spannend, hat schon etwas mehr vom Bergwandern, auch mit entsprechenden Steigungen…















Und hier noch die ganze Strecke auf komoot:
Link: Bericht zum vorherigen E6-Abschnitt von Gifhorn bis Braunschweig

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